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12.07.2019 Freundeskreis

e.r.g.o. - Besuch bei den „Rollenden Krautis“

2004 kam Regina Achatzi, die Leiterin der Tagesstrukturierung mit einer damaligen Kollegin auf die Idee, eine Theater AG zu gründen.
Damals fanden sich gleich sechs interessierte Bewohner, von denen sogar noch fünf heute dabei sind.
Der harte Kern der jetzigen Truppe besteht aus sieben Bewohnern und zwei Mitarbeitern.
„Als sich die Gruppe damals zusammengefunden hat, wollten wir auch einen passenden Namen, erinnert sich Regina, es sollte etwas mit Krautheim aber auch mit Rollstühlen zu tun haben. So entstanden die Rollenden Krautis. Mit dem lustigen Sketch `Rosi will heiraten` und dem Märchen `Der dicke fette Pfannkuchen` fing alles an.“

Mittlerweile kann die AG auf 10 Jahre zurückblicken. In dieser langen Zeit wurden viele unterschiedliche Stücke einstudiert. Schon das Suchen und Finden eines neuen Stückes ist immer eine spannende Sache. Es ist gut, dass es im Internet einen unerschöpflichen Fundus an Stücken gibt.
Regina erklärt:“ Unserer Kriterien waren außer der Personenzahl auch die Länge eines Stücks und die Anzahl der unterschiedlichen Szenen“.
Denn eine besondere Herausforderung war und ist es, dass die Schauspieler alle Rollstuhlfahrer sind und dass deshalb die Bewegungsabläufe auf dem beschränkten Platz einer Bühne im Vergleich zu Fußgängern ganz anders zu handhaben sind. Es sollten nicht zu viele „Ortswechsel“ nötig sein. Viel Umschreibearbeit war z.B. auch nötig, wenn in den Regieanweisungen vermerkt ist: er steht auf und geht, was bei mehreren Rollstühlen auf der Bühne nicht funktionieren kann.

Ist dann ein Text gefunden, für den sich die Mehrheit begeistern lässt, geht es mit dem Proben los. In vierzehntägigen Treffen werden erst einmal die Rollen verteilt. Dann beginnt das Einstudieren und Texte müssen gelernt werden.

Aber ohne ein passendes Bühnenbild lebt das beste Stück nicht. Es war ein großes Glück, dass sich andere Mitarbeiter der Tagesstrukturierung dafür begeistern konnten und mit einfachsten Mitteln immer wieder tolle Bühnenbilder gezaubert haben. Aber auch verborgene Talente als Visagisten und zur Kostümbildnerin wurden entdeckt. „Manchmal bekamen wir von Bekannten und Verwandten von Bewohnern Utensilien wie besondere Hüte, sagt Regina. In zwei großen Koffern haben wir alles gesammelt“.
Die Premiere des jeweiligen Stückes war immer im Wohnzentrum, um sich allen Bewohnern zu präsentieren. Einige Male war sie auch ein Programmpunkt an der hauseigenen Weihnachtsfeier.
Besondere Highlights in der Theatergeschichte des Eduard Knoll Wohnzentrum (EKWZ) waren aber auch immer, Aufführungen außerhalb des Hauses. So gab es Gastspiele im Altenheim in Künzelsau, in der Frauengruppe Neunstetten und im Kindergarten Krautheim.
In ganz besonderer Erinnerung ist ein selbst kreiertes Stück geblieben. „Eine Theaterpädagogin hat zusammen mit uns die Geschichte entwickelt,“ erinnert sich Regina. Alle Dialoge wurden selber geschrieben und außerdem noch Geräusche eingebaut.  

2018 haben die „Rollenden Krautis“ dann aber eine Pause eingelegt. Trotzdem musste eine gemeinsame Aufgabe her. Die Spieler entschieden sich für eine ganz neue Idee.
Sie wollten Bewohnern, die nicht so auffallen, mehr Aufmerksamkeit schenken, sich einmal um die Leisen zu kümmern, oder um diejenigen, denen es gerade nicht so gut geht. Diese Bewohner luden sie ganz gezielt persönlich ein, um mit Ihnen zusammen einen Abend zu verbringen. Dabei wurden Wünsche einzelner Bewohner aufgegriffen. Manchmal konnten auch Bewohner zusammengebracht werden, die im Alltag nicht so viel miteinander zu tun haben. Für eine Männerrunde organisierten sie z.B. ein Bierrätsel, nach dem Motto: Hören, Riechen, Schmecken.
Nach diesem Jahr entstand dann aber doch der Entschluss, die Theaterarbeit wieder aufleben zu lassen. Anreiz für die Spieler wieder aktiv zu werden, bot das anstehende Kinderferienprogramm. Jedes Jahr in den Sommerferien bieten viele Krautheimer Betriebe, Vereine und Geschäfte eine betreute Beschäftigung für Schulkinder an. Auch das EKWZ beteiligt sich mit einer Malaktion. Nun entstand die Idee, dass die Theatermitglieder eine Lokomotive basteln in Anlehnung an Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, mit der sie die Kinder im Hof des EKWZ abholen in die Räumlichkeiten zum Malen führen.

Auf den Fotos könnt ihr sehen, wie der Prototyp für die 3 Loks entstand. Viel Kreativität braucht es, bis das richtige Material gefunden ist. Handwerkliches Geschick ist nötig, damit die ganze Konstruktion als Halterung für die Rollstühle gebaut werden kann.
Die Theatermitglieder werden beim Diskutieren über die Farbe und beim Anmalen aktiv und das Titellied von Jim Knopf „eine Insel mit zwei Bergen“ bringt den nötigen Schwung.
Wir sind schon gespannt, was wir in der nächsten Zeit von den „Rollenden Krautis“ hören und sehen werden.

e.r.g.o.

e.r.g,o. - endlich wieder singen

Bildergalerie "Vorbereitung für das neue Stück"

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